FLAMMSCHUTZ Berufe Elektriker Diese Berufsgruppe benötigt gemäß EN ISO 11612 zertifizierte und zugelassene sowie gemäß IEC 61482-2/EN 61482 störlichtbogengeprüfte Kleidung. Kleidungsstücke, die der EN ISO 11612 entsprechen, schützen den Träger vor dem Kontakt mit Hitze und Flammen. Schutzkleidung nach IEC 61482-2 schützt vor den thermischen Risiken, die bei einem Störlichtbogen-Unfall auftreten können. Weitere Folgen, wie z. B. Geräuschpegel, Lichtemissionen, Druckanstieg, heißes Öl, elektrische Schläge sowie die Auswirkungen eines physischen Schocks oder giftiger Substanzen bleiben bei dem Prüfverfahren unberücksichtigt. Als allgemeiner Richtwert gilt ein ATPV-/EBT-Wert von mindestens 8 cal/cm2. Es wurden noch keine Richtlinien für den ELIM-Wert festgelegt. Bei einem höheren Risiko empfehlen wir entweder das Tragen mehrerer Schutzkleidungsschichten, d. h. das Tragen von flammhemmender Unterwäsche unter der Störlichtbogen-zertifizierten Kleidung, oder das Tragen von Kleidung mit einem höheren Lichtbogen-Rating (höherer ATPV-/EBT-Wert). In beiden Fällen sollten die Kleidung zusammen mit zusätzlicher PSA getragen werden (z. B. mit einem Schutzhelm samt Gesichtsschutz, Schutzhandschuhen und Schutzstiefeln), um das ordnungsgemäße Schutzniveau zu gewährleisten. Wenn Unterwäsche verwendet wird, sollte diese möglichst aus flammhemmendem Material sein. Kleidungsstücke aus rein synthetischen Fasern wie Polyamid, Polyester und Acryl können zu schweren Hautschäden führen, da sie durch die Hitze eines Störlichtbogens schmelzen. Synthetische Unterwäsche darf selbst dann nicht getragen werden, wenn die äußere Bekleidung gemäß IEC 61482-2 geprüft und zertifiziert ist. Die äußere Schicht der Schutzkleidung eines Elektrikers muss deshalb aus störlichtbogengeprüftem Material (EN 61482-2) gefertigt sein und die übrigen Schichten müssen den Flammschutz-Test (gemäß EN ISO 11612 oder EN ISO 14116 Index 3) bestehen. Schweißer Diese Berufsgruppe benötigt gemäß EN ISO 11611 zertifizierte und zugelassene Arbeitskleidung. Kleidung, die diese Norm erfüllt, schützt den Schweißer beim Schweißen oder ähnlichen Arbeiten. Diese Norm fordert einen höheren Schutz gegen Schweißfunken. Arbeitskleidung für Schweißer hat weniger Taschen und funktionale Details als andere Kleidungsstücke. Schweißerkleidung wird häufig mit anderer PSA kombiniert, z. B. mit Schweißerschürze, Helm und Handschuhen. Arbeiter in der Ölindustrie Da in diesem Industriezweig oft in einer ATEX-Umgebung gearbeitet wird (in Raffinerien, auf Bohrinseln, in Tanklastwagen) muss die Kleidung nach EN ISO 11612 und EN 1149-5 zertifiziert sein. Nach EN ISO 11612 zertifizierte Kleidung schützt den Träger bei Kontakt mit Hitze oder offenen Flammen. Kleidung, die der Norm EN 1149-5 entspricht, schützt den Arbeitnehmer vor plötzlichen elektrostatischen Entladungen und wird in Bereichen getragen, in denen die Gefahr besteht, dass elektrostatische Funken entflammbare Stoffe wie Gas und Öl entzünden. Laut den Designspezifikationen für diese Kleidung müssen leitende Materialien wie Metallreißverschlüsse und Metallknöpfe abgedeckt sein. Metallfreie Kleidungsstücke bieten höhere Sicherheit. Neben einer Zertifizierung nach EN ISO 11612 und EN 1149-5 sind für diese Berufsgruppe auch die Normen EN 343 und EN ISO 20471 wichtig. Gleisbauer Diese Berufsgruppe braucht zertifizierte Kleidung nach EN ISO 11612 und EN ISO 20471. Gemäß EN ISO 11612 zertifizierte Kleidung schützt den Träger bei Kontakt mit Hitze oder offenen Flammen. Gemäß EN ISO 20471 geprüfte Kleidung sorgt dafür, dass der Träger in seiner Umgebung bei Tag, in der Dämmerung, bei Nacht und schlechten Witterungsbedingungen sichtbar ist. Einige Arbeiter dieser Berufsgruppe benötigen außerdem zertifizierte Kleidung nach EN ISO 11611. Kleidung, die diese Norm erfüllt, schützt den Arbeitnehmer beim Schweißen oder ähnlichen Arbeiten. Die Kleidung ist für den Schutz des Trägers vor kleinen Tropfen geschmolzenen Metalls, kurzem Kontakt mit Flammen und UV-Strahlen vorgesehen. Diese Norm fordert erhöhten Schutz vor Schweißfunken, weshalb diese Kleidung weniger Taschen und funktionale Details als sonstige Arbeitskleidung hat. KLASSE 1 TIG MIG HINWEISE ZUR WAHL DER ERFORDERLICHEN KLASSE BEI SCHWEISSERKLEIDUNG VERFAHRENSBEDINGTE AUSWAHLKRITERIEN: UMGEBUNGSBEDINGTE AUSWAHLKRITERIEN: Manuelle Schweißverfahren, geringfügige Bildung von Spritzern und Tropfen, z. B.: • autogenes Schweißen • WIG-Schweißen • MIG-Schweißen • Mikroplasmaschweißen • Hartlöten • Punktschweißen • MMA-Schweißen (mit rutilbeschichteter Elektrode) Manuelle Schweißverfahren, starke Bildung von Spritzern und Tropfen, z. B.: • M MA-Schweißen (mit einfacher oder zellulosebeschichteter Elektrode) • MAG-Schweißen (mit CO2 oder Gasgemischen) • MIG-Schweißen (mit hoher Stromstärke) • S elbstgeschirmtes Fülldraht-Schweißen Einsatz von Maschinen, z. B.: • Brennschneidmaschinen • Plasmaschneidmaschinen • Widerstandsschweißmaschinen • Maschinen für thermisches Sprühschweißen • Tischschweißen Einsatz von Maschinen, z. B.: • in beengten Räumen • B eim Schweißen/Schneiden über dem Kopf oder bei vergleichbar eingeschränkter Arbeitshaltung • Plasmaschneiden • Fugenhobeln • Brennschneiden • thermisches Sprühschweißen KLASSE 2 MAG C02 221
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